Dienstag, 23. Juli 2019

Canada Teil 5: Von Halifax nach Cape Breton

Am nächsten Morgen verließ ich Halifax und Joan und ihr gemütliches B&B. Sie verabschiedete mich herzlich und wünschte mir eine schöne Reise. Es war ein Abschied auf Zeit, denn am Ende meiner Rundreise würde ich vor meinem Abflug eine weitere Nacht bei ihr verbringen. 
Meinen ersten Stop legte ich noch in Halifax ein um die Titanic Gräber zu sehen. Hier fährt man einfach mit dem Auto auf den Friedhof drauf.... Ja, ich weiß, das Grab von J. Dawson ist nicht das Grab der fiktiven Filmfigur, definitiv aber das meist fotografierte...


Ich fuhr Richtung Nord-Osten an der Küste entlang.


und habe immer dann angehalten wenn ich etwas Schönes entdeckt habe, ein Foto machen
wollte oder aber um einfach mal auf einem Stein zu sitzen und das Leben zu genießen...


Geplant habe ich an diesem Tag den Besuch von Sherbrooke Village, einem Freilichtmuseum.


Es ist ein kleines Dorf mit alten Gebäuden, ein Schritt zurück in die Vergangenheit. 
Die Guides waren auch hier wieder original getreu gekleidet. 


Ich war bei diesem heißen Wetter ein paar Stunden unterwegs.


Die Druckerei, in der Rezeptbücher mit alten Rezepten gedruckt wurden. Man beachte das
Bild unten rechts. Da soll mal einer sagen Emojis wären eine Erfindung der heutigen Zeit ...


In der Schmiede


Die Apotheke bzw. der Drugstore war früher daran zu erkennen, dass diese rote Glasfigur 
im Fenster hing. Dort bekam man Medikamente, Heilkräuter, Tinkturen und Dergleichen.


Im Hause des "Clothier" Kleidungsmacher. Die Bügeleisen waren mit einer
Diebstahlsicherung versehen. Interessant fand ich die alten Knopfschachteln.


Der Kaufmannsladen


Eine Wasserpumpe, der Handarbeitsraum eines Hauses, ein einfaches Bett mit Wiege und
eine liebe Dame die alles freundlich erklärt hat. Bei der Hitze derart gekleidet rumzulaufen,
sie hatte meine volle Bewunderung.


In dieses Motiv aus dem Handarbeitsraum einer Hausfrau habe ich mich verliebt.


In jedem Haus fand man einen Dame die alles erklärt und Fragen beantwortet hat.
Die Dame auf dem Bild unten links macht Eiscreme. Sie hat stundenlang gekurbelt...


Im Gemeinschaftshaus finden regelmäßige Treffen statt, dann wird u.a. an diesem Quilt gearbeitet.


Die Stoffe sind Reste aus den selbst genähten Kostümen der Mitarbeiter.


Wie wird aus hartem Flachs ein weicher Stoff... es war sehr interessant


Gewebt wurde natürlich auch


Nach dem Besuch in Sherbrooke Village fuhr ich weiter Richtung Cape Breton. Cape Breton ist durch einen im Meeresarm aufgeschütteten Verkehrsdamm mit Nova Scotia verbunden. Es herrschte Stau und so konnte ich mitten auf dem Damm den Blick auf das gegenüber liegende Ufer fotografieren.


Gegen Abend habe ich dann den berühmten Cabot Trail erreicht und noch ein Stück befahren.


Dann musste ich den Cabot Trail verlassen und bin über einsame Seitenstraßen in den Highlands zur Firefly Acres Farm gefahren, mein Übernachtungsdomizil für diese Nacht. Selbst auf dieser abgelegenen Farm hatte ich Highspeed-Internet mit einer Power, dass mein Smartphone Samba getanzt hat. So eine schnelle Internetverbindung wie in Canada habe ich in Deutschland noch nicht erlebt.


Ich habe einen gemütlichen Abend mit meinen netten Gastgebern verbracht und dann unter dem schönen Quilt sehr gut geschlafen. Der Tag war aufgrund der Größe von Sherbrooke Village sehr anstrengend gewesen und nach der Hitze des Tages war die nächtliche Kühle in den Highlands sehr angenehm.
Canada Teil 2: Halifax Public Gardens
Canada Teil 3: Halifax Stadtrundgang
Canada Teil 4: Halifax Waterfront

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir eine kurze Rückmeldung geben könntet, wie gut sich die Seite mit diesen vielen Bildern bei euch aufbaut. Ich bin etwas unsicher bezüglich dieser Bilderflut und arbeite schon wieder an den nächsten Teilen. Es wäre ärgerlich, wenn ich sie zu groß verfasse.

verlinkt bei: Urlaubslinkparty

Freitag, 19. Juli 2019

Canada Teil 4: Halifax Waterfront

Samstag 27.08.2016 - bestes Sommerwetter - mein 50. Geburtstag
Bei strahlend blauem Himmel bin ich aufgebrochen die Halifax Waterfront zu erkunden. Die erste Herausforderung des Tages war, den kanadischen Parkscheinautomaten zu bedienen. Ich habe keine Probleme mit Technik, aber das Dingen war irgendwie sehr kompliziert. Nach mehreren Fehlversuchen habe ich es dann aber doch geschafft mir ein Ticket zu ziehen. Man musste das Autokennzeichen eintippen - dann war es ganz einfach... Der erste Weg führte mich vorbei an der 1820 gegründeten Alexander Keith's Brewery zum Farmers Market. 


Im Innenhof des alten Brauerei-Gebäudes befinden sich mehrere alte Gebäude die mit einem modernen Dach zu einem Hallen-ähnlichen lichtdurchfluteten Raum gestaltet worden sind. Es gibt diverse Pubs und kleine Geschäfte. Samstags findet hier der Farmers Markt statt. Ich war begeistert von der Auswahl an frischem Gemüse und erfuhr, wie man Zucchini Blüten zubereitet...


Von dort brauchte ich nur noch eine Straße überqueren und befand mich an der Waterfront. Ich begann meinen Spaziergang im historischen Viertel. Hier stehen die alten Warenlager und Büros der ersten Handelsunternehmen, erbaut zwischen 1815 und 1905. 


In dem alten hölzernen Waterfront-Warehouse befindet sich heute ein Restaurant. Man kann dort herrlich draußen sitzen. Im Hintergrund wieder der Gegensatz: Stahlbeton und Glas, neu und hoch.


Der Harbourwalk entlang der Waterfront besteht aus schönen Holzstegen mit kleinen Läden. Es gibt eine Reihe fest installierter Hängematten. Ich hatte das Glück und habe eine freie erwischt. Hinlegen, Sonne genießen, auf's Meer raus schauen und die Seele baumeln lassen...


Wo alles begann:
An dieser Stelle landeten im Juni 1749  13 Schiffe mit den ersten Siedlern.
Es ist einer der größten Naturhäfen der Welt.


Manche Blicke kann man nicht beschreiben


Am anderen Ende des Harbourwalk befindet sich das Pier 21. Hier kamen zwischen 1928 und 1971 über eine Million Einwanderer an. Ich habe eine Führung mitgemacht, weil mich das Thema sehr interessiert hat und es war ausgesprochen informativ. Nachbauten der Schiffskabinen helfen zu verstehen, wie die Menschen damals in den unterschiedlichen Kategorien gereist sind. 


Überall standen originale Gepäckstücke, zum Teil gestapelt, die niemals abgeholt wurden. Unter anderem dieser überdimensionale hölzerne Schrankkoffer mit dem gesamten Hausstand einer Familie. Jeder Koffer, jede Kiste stehen für ein Schicksal, für Jemanden der die Überfahrt offensichtlich nicht überlebt hat. 


Nach der Registrierung und medizinischen Untersuchungen wurden die Einwanderer auf Züge verteilt und quer durch Kanada und auch in die USA verbracht. Für die Siedler bedeutete das viele Tage bzw. Wochen in den Zugabteilen. Sie schliefen in Klappbetten unter der Decke. In dem Raum zwischen zwei Abteilen gab es jeweils einen Ofen, mit dem geheizt werden konnte und auf dem sich die Passagiere ihr Essen kochen konnten. Alles nicht sehr komfortabel und im Winter extrem kalt.


Vom Museum aus fuhr ich zurück ins B&B. Am Nachmittag kam Michael mit einer Freundin und ich wurde zu einen wunderschönen Ausflug entführt. In der Aufregung lies ich meine Kamera im Zimmer zurück. Nach einer längeren Sightseeing-Fahrt durch die Landschaft kamen wir in dieser zauberhaften kleinen Bucht an. Ein einfache Hütte, im hinterem Bereich auf Pfählen ins Wasser gebaut, war unser Ziel. 


Hier werden die Lobster frisch aus dem Wasser gezogen und zubereitet. Im schattigen Sitzbereich unter dem Dach verspeiste ich unter Michaels Anleitung meinen ersten Lobster. Weil es mein "The Big Five-O" war, durfte ich die Rechnung nicht bezahlen, ich war eingeladen. So sind die Kanadier! 



Joan konnte leider nicht mitkommen, da sie neue Gäste erwartete. Sie hat die Zeit genutzt um einen Geburtstagskuchen für mich zu backen. Die neuen Gäste, ein Ehepaar aus Montreal, hatten von einem Spaziergang eine Schüssel frischer Waldbeeren mitgebracht. So saßen wir gegen Abend alle gemütlich zusammen und nach einem lieben Geburtstagsständchen aßen wir Geburtstagskuchen mit frischen Waldbeeren und Vanilleeis. Später gab es zum Abschied noch ein kaltes leckeres Bier. 
Am nächsten Morgen habe ich Halifax Richtung Nord-Osten verlassen. 
Das zeige ich euch im nächsten Teil. 


verlinkt bei: FreutagUrlaubslinkparty

Donnerstag, 11. Juli 2019

Canada Teil 3: Halifax Stadtrundgang

Nach dem Spaziergang durch die Public Gardens (1) hatte ich an diesem Tag noch einen Stadtrundgang geplant. Die gezeichnete Linie ist meine persönlich zusammengestellte Route und diente dazu alles zu finden was ich sehen wollte (rote Zahlen und Sterne) und um im Vorfeld abzuschätzen wie viele Kilometer es insgesamt sind. Das Auto habe ich am blauen P in ein Parkhaus gestellt und dann gings los... 


Von den Public Gardens ging es rauf auf den Citadell Hill. Der Weg führt an der 1803 erbauten Old Town Clock, dem Wahrzeichen von Halifax, vorbei. Der Blick zurück fällt auf den Stadtkern Halifax. Es wurden zu diesem Zeitpunkt auffallend viele Gebäude gebaut.


Die sternförmig angelegte Zitadelle wurde von 1828-1856 erbaut. Das Gelände ist sehr weitläufig mit diversen Gebäuden, u.a. dem Besucherzentrum, der Kaserne, Pulvermagazinen, Museum.


Wenn man durch den Eingang an der Wache vorbei kommt, läuft man durch diesen Tunnel


 um sich - und die Waren - zuerst beim Pförtner anzumelden. Naja - damals!


Dann erreicht man den Innenhof mit den Hauptgebäuden und Magazinen.


In den Räumen trifft man überall auf Guides in stilechten Uniformen. Sie haben Erklärungen zu den Räumen und Gegenständen und beantworten Fragen in einem lockeren Gespräch.


Das Wetter war sehr trüb an dem Vormittag und irgendwann kam ein ordentlicher Regenschauer runter. Das habe ich genutzt um mich mit einem köstlichen Zimt-Gebäck zu versorgen und auf einer Bank unter dem Vordach eine Pause einzulegen. Ich habe mich neben einen älteren Herrn gesetzt, wurde sofort angesprochen und in ein nettes Gespräch verwickelt - typisch für Kanadier, immer offen und freundlich.


Von der Citadelle aus führte mein Weg hinunter in die Stadt. 
Von der Old Town Clock kommt man ganz gerade bergab bis zur Grand Parade.


Die Grand Parade ist ein großer Platz zwischen dem Rathaus und der St. Pauls Church. Hier wurden früher Militärparaden abgehalten, heute finden an diesem Platz überwiegend Events und Zeremonien statt. 2016 kündigte Justin Trudeau an, Diskriminierung an Schwulen und Lesben zu verbieten, änderte die Nationalhymne in einen geschlechtsneutralen Text, hisste auf dem Parlamentshügel in Ottawa die Regenbogenfahne und nahm an mehreren CSD-Paraden teil. Ich habe an vielen öffentlichen Plätzen Stühle und Tisch in Regenbogenfarben gesehen, vor allem hier an der Grand Parade. 


Das alte Rathaus wurde zwischen 1887 und 1890 erbaut. Das Kulturdenkmal ist das älteste Verwaltungsgebäude Nova Scotias.


Die St. Pauls Church am südlichen Ende der Grand Parade ist die älteste protestantische Kirche Kanadas. Sie wurde 1750 erbaut und am 02.09.1750 eröffnet.


Ein paar Eindrücke während meines Rundgangs.


Die Argyle Street, in der sich viele Pubs und Bistros befinden, 
wurde 2015 mit dem Argyle Muster bemalt.  



In Halifax wurde überall gebaut und an vielen Stellen stehen alte Gebäude gleich neben neuen Wolkenkratzern. Das Bild der Basilika vor dem Betonklotz fand ich sehr spannend. Beim ersten Blick sieht es fast aus, als wäre der Turm auf die Hauswand gemalt.


St. Mary's Basilica 
Die Kathedrale wurde 1899 geweiht und 1950 durch Papst Pius XII. zur Basilika ernannt. 


Der Kirchturm ist mit 60,4 Metern der höchste aus Granit gebaute in Nordamerika.


The Old Burying Ground - dieser Friedhof wurde 1749 mit Gründung der Stadt Halifax eröffnet.
Zwischen 1749 und 1844 wurden hier mehr als 12.000 Menschen beerdigt. Gerade mal 10 Prozent der Gräber wurden markiert. 


Im Zeichen der CSD-Parade ein Fußgängerüberweg in Regenbogenfarben  / Tim Hortons ein Muss wenn man schon mal in Canada ist / langweilige Häuserschluchten wie sonst überall auch... Beeindruckt haben mich (an vielen Orten meiner Rundreise) die Mülltonnen an öffentlichen Plätzen. Sie standen immer in dreier oder wie hier in vierer Gruppen zur ordentlichen Mülltrennung.


Die Vintage-Row - wirklich nett anzuschauen.


Ein paar tolle Modelle sind mir noch vor die Linse gefahren - naja, tolle Modelle wenn man wie ich dicke große PickUp Trucks mag. Sogar mein Lieblingsmodell war dabei und die stehen dort in nahezu jeder Straße.


Das war der erste Tag in Halifax und mir haben am Abend kräftig die Füße gebrannt. "Zu Hause" bei Joan angekommen wurde ich eingeladen den Abend mit ihr und ihrem Bruder Michael zu verbringen der gerade zu Besuch war. Diese Abende mit meinen Gastgebern mochte ich sehr. Ich habe viel über das Land und die Menschen erfahren, über ihr Leben und die Ansichten der Kanadier im Allgemeinen. An diesem Abend fragte Michael mich, warum ich die Reise genau jetzt machen würde. Als ich sagte, dass ich am nächsten Tag 50 würde, ist er beinahe vom Stuhl gefallen. Also "einfach mal so in den Urlaub fahren" reicht nicht aus für einen 50sten Geburtstag. "The Big Five-O" wie die Kanadier es nennen, muss richtig fett gefeiert werden. Er lud mich spontan für den nächsten Tag zu einem Ausflug ein mit anschließendem Lobster Essen.... Ich mag die Kanadier...

Mit dem nächsten Tag geht es weiter im vierten Teil...