Meine Freundin fand im Programm der VHS, welches ja wegen Corona stark dezimiert ist, eine interessante kostenlose Exkursion: "Wildkräuter erkennen - essbare Blüten und Blätter" in Kooperation mit dem BUND. Da haben wir uns beide angemeldet, leider musste sie kurzfristig absagen. Angesetzt war diese Exkursion für ca. 2 Stunden und für mich somit ein Testlauf - so lange war ich, seit ich wieder nahezu schmerzfrei laufen kann, noch nicht unterwegs gewesen. Treffpunkt war ein Parkplatz in der Innenstadt - und zur Verwunderung aller Teilnehmer sollte der Kurs genau hier rund um den Platz statt finden. Die städtischen Grünflächen-Mitarbeiter haben zwei Ränder des Parkplatzes einfach und langweilig mit diesen Gräsern bepflanzt.

Einem Anwohner war das zu trist und in Eigeninitiative hat der Herr sämtliche Beete rund um den Parkplatz mit den unterschiedlichsten Pflanzen, Kräutern, Stauden etc. bepflanzt. Er pflegt, gießt und pflanzt neu. Die gesamte Pracht finanziert und bearbeitet von einem älteren Herrn - Chapeau. Einer Mitarbeiterin vom BUND war das aufgefallen und sie hat darauf hin diesen Kurs über die VHS angeboten.
Die ältere rüstige Dame vom BUND die diesen Kurs leitete (die, wie sich im Laufe des Nachmittags herausstellte schon 80 Jahre alt war, was man ihr definitiv nicht ansah) besaß ein umfangreiches Wissen an Heilkräutern. Sie hatte während ihres Berufslebens in einer auf Naturheilmittel spezialisierten Apotheke gearbeitet. Zudem war sie viele Jahre privat in ferne Länder gereist und hat sich mit dort wachsenden Wild- und Heilkräutern vertraut gemacht.
Die Dame führte unsere etwa 10köpfige Truppe Schritt für Schritt an den Beeten entlang. Wir fanden Thymian, Borretsch, Melde (kannte ich gar nicht, das war früher der "arme Leute Spinat"), Schafgarbe, Gänsefingerkraut, Spitzwegerich, Fenchel, Minze, Kamille, Dill, Malve, Salbei und vieles mehr, was ich mir alles gar nicht merken konnte. Mitgebracht hatte die alte Dame uns noch aus ihrem Garten Beifuß und Oregano. Sie erklärte uns zu jeder einzelnen Pflanze wie man sie anwendet, welche Wirkung sie hat, woher sie kommt und wo man sie findet.

Die Zeit verging wie im Flug, denn ich fand das alles sehr interessant. Nach dem Kurs bin ich noch einmal um die ganzen Beete gelaufen und habe einige Blumen fotografiert. Hier war ich allerdings nur mit dem Handy unterwegs - wieder mal ohne Kamera - daher wurden viele Fotos bei denen ich nah an die Kräuter und kleineren Pflanzen ran gegangen bin unscharf und mussten gelöscht werden. Trotzdem sind eine Menge Bilder der größeren Pflanzen übrig geblieben.
Fenchel, ca. 2 Meter groß
Kamille
Ringelblumen
Sonnenhut
Zum Schluss erzählte die Dame noch, dass im Oktober erneut so eine Exkursion statt finden wird, allerdings im BUND Lehrgarten. Da habe ich mich bereits angemeldet und bin gespannt welche Pflanzen es dann zu sehen gibt.
Ich war sehr begeistert, so viele verschiedene Kräuter, Heilpflanzen, Stauden, Gräser,
so viele Farben, so viel Natur ... mitten in der Stadt, mitten im Ruhrgebiet.
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