Dienstag, 14. Mai 2024

Papier mit Tee einfärben

Für mein Slowstitch Journal benötige ich noch Seiten aus Papier und für diesen Stil gefällt mir am Besten "altes Papier".  Da gibt es verschiedene Färbemethoden um altes vergilbtes Papier herzustellen, u. a. Färben mit Kaffee oder Tee. Also ich mit einer Tasse Kaffee und einer Tasse Schwarztee zuerst einmal eine Probefärbung gemacht. Ich habe dafür normales Druckerpapier A4 mit 80g/qm genutzt. Links ist die Färbung mit Schwarztee, rechts die Färbung mit Kaffee. Bei Kaffee ist es so, dass in den Anleitungen immer Instant-Kaffee angegeben wird, da ich den nicht im Haus habe, habe ich eine Tasse Kaffee ganz normal aufgebrüht. 

Die meisten bevorzugen die Kaffeefärbung, die ist mir aber für dieses Projekt zu gelblich, darum habe ich mich für die Teefärbung entschieden. Für mein Färbebad habe ich auf einen Teebeutel 200 ml Wasser gerechnet (hochgerechnet auf die benötigte Menge Flüssigkeit), den aufgegossenen Tee ca. 15 Minuten ziehen lassen und anschließend in eine Auflaufform geschüttet. Diese muss groß genug sein, so dass ein Blatt Papier bequem hineinpasst. Den Tee sollte man zunächst etwas abkühlen lassen - wenn er zu heiß ist reist das Papier zu schnell oder zerfällt komplett - dann das Papier einlegen. 

Beim ersten Versuch habe ich nacheinander mehrere Blätter in das Teebad gelegt, das war ein Fehlversuch, denn die Blätter waren beim Herausnehmen aneinander geklebt, sind zum Teil gerissen oder hatten hässliche Ränder, wo sie nicht direkt aufeinander lagen. Das hatte ich mir so nicht gedacht.

Danach habe ich immer nur ein Blatt hineingelegt, 20 Minuten färben lassen und dann herausgenommen. Die Blätter wurde zum Trocknen auf alte Handtücher und Zeitungspapier gelegt. Da ich für das Projekt insgesamt 27 Blätter benötige, aber nicht genügend Unterlagen zum Trocknen vorhanden waren, habe ich sie nach dem ersten Antrocknen auf dem Handtuch in den Backofen gelegt und bei 50°C trocknen lassen. 27 Blätter à 20 Minuten .... das kann man sich ausrechnen. Glücklicherweise habe ich zwei große Auflaufformen im Haus und konnte so immer zwei Blätter gleichzeitig färben. 

Es lagen also immer zwei Blätter im Teebad,


2 Blätter zum Antrocknen auf dem Handtuch


und zwei Blätter zum Durchtrocknen im Backofen. 

Nach 20 Minuten waren die Blätter im Backofen trocken, die feuchten Blätter vom Handtuch wanderten in den Backofen und die Blätter aus dem Teebad auf die Handtücher... Es war quasi eine Serienproduktion, mein Timer lief in Dauerschleife 20 Minuten.

Irgendwann waren alle Blätter fertig gefärbt und getrocknet.
Links der Stapel mit den Blättern für das Slowstitch Journal, 
rechts der Stapel mit Bastel-, Mal- und Collagenpapier
(eben alle, die im Fehlversuch kaputt gegangen sind)


Sieht das nicht toll aus?
ok - ich weiß, ich bin ein bisschen plemkaki, aber ich mag Papier...


Die Blätter wurden gebügelt


und kamen anschließend noch zum Pressen unter einen Bücherstapel.


Das sind nun die Blätter die ich für das Journal binden werde:


Das ist ein Exemplar von dem Bastel-, Mal- und Collagenpapier
ich finde, das sieht auch toll aus.


Dieses Blatt kam einzeln aus dem Färbebad. Es war das allererste. Die schwarze Auflaufform ist Teflonbeschichtet und hat diverse Absplitterungen (weshalb ich sie zum Backen nicht mehr nutze). In den abgesplitterten Stellen hat sich wohl Rost gebildet und der hat sich im Färbebad gelöst. Ich sah nämlich diverse kleine Krümel im Wasser schwimmen. Die haben nun für dieses hübsche Sprenkelmuster gesorgt. Ich weiß, dass viele auch mit Rost färben, auch Stoffe mit Rost einfärben, vielleicht probiere ich das auch noch irgendwann. Dieses Blatt wird auf jeden Fall in ein hübsches Projekt gebastelt.


Ich habe etwas neues ausprobiert und bin mit dem Ergebnis zufrieden.
Wenn ich die Blätter ins Slowstitch Journal eingebunden habe, zeige ich euch das natürlich.

Für diese Aktion stempele ich mir das Feld "Kaffee oder Tee" ab.



11 Kommentare:

  1. Also schöner geht KAFFEE oder TEE nun wirklich nicht!!!
    LG
    Elke

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  2. Servus Carolyn,
    super sieht das Papier aus, ich mag sowohl Tee als auch Kaffee zum Färben und hab beides auch schon ausprobiert. Danke fürs Zeigen und Erklären beim DvD und liebe Grüße!
    11i

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  3. Dein Papier sieht ja ganz wunderbar aus.
    Vor allem das mit den Sprenkeln ist wunderbar.
    Das muß ich doch auch man ausprobieren.
    LG Heike

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  4. da hast du dir aber viel Arbeit gemacht
    das Ergebnis kann sich sehen lassen
    liebe Grüße
    Rosi

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  5. Wow, das hat sich aber gelohnt der Aufwand!!!!! Bin gespannt was daraus wird. Herzlichst Kirsten

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  6. Bin ganz verliebt in dein Papier.
    LG Gaby

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  7. Ich mag Kaffeepapier sehr. Ich bügle die Blätter auch immermeist trockne ich meine am Wäscheständer
    Herzlichst
    yase

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  8. Das war ja schon eine Serienproduktion liebe Carolyn, super haste das gemacht. Nun kann es losgehen.....

    Liebe Grüße
    Kerstin und Helga

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  9. Das ist ja eine interessante Färbetechnik liebe Carolyn.
    Die Ergernissen sind klasse. ich bin gespannt, was Du jetzt damit machst.
    Dir einen schönen Abend, lieben Gruß
    Nicole

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  10. Das sieht ja richtig gut aus! und bringt mich auf eine Idee: Ich möchte gerne ein Zimmer mit einer weißen, neu gestrichenen Rauhfasertapete mit schwarzem Tee einfärben und hoffe darauf, ein etwas wärmeres, natürlich wirkendes leicht beige-graues Ergebnis zu erhalten. Die Idee ist, es mit einer Schwammtechnik durch auftupfen zu versuchen, damit man einen anderen Look als mit einer Malerrolle erhält. Hast du so was schon mal gemacht? Oder weißt du wie das Ergebnis aussehen könnte?

    LG Claudia

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    1. Hallo Claudia,
      ich habe keine Ahnung, wie das aussehen könnte, aber das Papier wird eine Weile im Tee gebadet um eine Färbung anzunehmen. Das ist wuf einer Wand ja gar nicht möglich. Das würde ich, wenn dir keine Wandfarbe gefällt, mit Aquarellfarbe versuchen. So haben wir in den 90ern Wände blass gefärbt. Aquarellfarbe auflösen, eine Schwamm damit befeuchten (nur gaaanz wenig) und dann mit dem Schwamm über die Wand wischen.
      Liebe Grüße Carolyn

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Vielen lieben Dank für eure Kommentare! Ich freue mich sehr darüber.
Carolyn
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