Samstag, 20. Januar 2024

Winterwoche

Diese Woche kam der Winter zurück. Die Temperaturen sind schon eine Weile ziemlich eisig, am Dienstag Morgen durfte ich dann mein Auto frei kratzen. Es war nicht viel Schnee gefallen, aber auch eine leichte Puderschicht macht doch gleich alles viel schöner. Die Geräusche sind gedämpft und die Natur vermittelt ein Gefühl von Ruhe. Allerdings war alles ordentlich gefroren. 

Auf den Straßen gab es Eisglätte und die Verkehrsmeldungen im Radio vermeldeten unzählige Unfälle. Ich kam gut aus der Einfahrt auf die schneebedeckte und daher nicht glatte Straße unserer kleinen Siedlung hier, allerdings führt alles bergab. Am Ende der Straße abgebogen und dann etwas steiler bergab um die Kurve auf die Ampel zu ... holladiwaldfee ... ich war da schon nur im Schritttempo unterwegs, trotzdem schaffte ich es nur knapp noch an der roten Ampel stehen zu bleiben, mit den Vorderreifen schon gut über die Haltelinie hinaus. Über die Kreuzung auf die Brücke und hinaus aus der Stadt, das war kein Problem, denn die Bundesstraße war geräumt und gestreut. Allerdings muss ich nach wenigen hundert Metern auf die Landstraße abbiegen und von dort aus über Land auf die Ostsee zu. Hier lag etwas mehr Schnee und es war weder geräumt noch gestreut. Als mir auf der durch eine Baustelle sowieso schon verengten Straße auch noch der Bus entgegen kam, blieb mir nur am vereisten Straßenrand stehen zu bleiben. Von dort wieder anzufahren war nicht so einfach, aber ich habe ja schon eine Menge Winter erlebt und dieses Problem im zweiten Gang und behutsamem Umgang mit der Kupplung gemeistert.


In der Mittagspause wollte ich ein paar Schritte am Hafen entlang laufen, aber es war so eisig, dass ich nur schnell einige Fotos gemacht und ein paarmal tief ein- und ausgeatmet habe um mein Hirn wieder mit frischem Sauerstoff zu versorgen.


Blick in die eine Richtung und in die andere ...


... und das bekannte Motiv,
hier allerdings die Perspektive ein bisschen verlagert.
Für den 12tel Blick hatte er sich mir nicht im Winterkleid gezeigt ...


In der Nacht zu Mittwoch kam wieder etwas Schnee runter, der wurde allerdings bis zum frühen morgen durch Sturmböen wieder vom Auto gepustet. So musste ich lediglich ein wenig Eis kratzen. Die Straßen waren nicht mehr glatt und ich kam gut ins Büro. Am späten Vormittag gab es dann heftiges Schneegestöber.


Als ich abends nach Hause fahren wollte, war mein Auto ein Eisklotz und die Kofferraumklappe ließ sich erst nach mehrmaligem rütteln und ruckeln öffnen. Da musste ich aber ran, denn darinnen lagen der Eiskratzer und das Enteisungsspray (habe ich noch nie gekauft, das war ein Geschenk und ich war wirklich sehr froh darüber). Nach einer Weile war mein Auto fahrtüchtig und ich kam gut nach Hause. Dort habe ich erst einmal sofort die Schränke durchgewühlt, denn ich war überzeugt noch eine etwa hundert Jahre alte Dose Vaseline zu haben, die ich seinerzeit zum Einfetten der Dichtungen der Autotüren gekauft hatte. Ich fand sie aber nicht, ich muss sie wohl beim letzten Umzug entsorgt haben.

In der mondklaren Nacht zu Donnerstag fielen die Temperaturen auf frostige -6°C, dafür zeigte sich der Tag dann mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein. 


Sonnenaufgang



Im Laufe des Vormittags musste ich zu einem Meeting und war auf dem Weg dorthin von diesem Anblick begeistert. Klare Luft und spiegelglattes Wasser im Hafenbecken von Olpenitz.


Durch die Sonne war die Luft relativ trocken
und so brauchte ich zum Feierabend erstmals seit Tagen keine Autoscheiben frei kratzen.

Am Freitag war Home-Office-Tag, das war auch gut so, denn über Nacht sind gute vier Zentimeter Neuschnee gefallen. Bei den Plus-Temperaturen haben die sich aber auch teilweise wieder verflüchtigt.
Nun wird das Wochenende genossen, wir haben eine Familienfeier,
dazu gibt es nächste Woche einen Beitrag.

Diese Winterwoche gibt ein Kreuz bei "Winter" im Bingo von antetanni


Donnerstag, 18. Januar 2024

Slow Stitching Week #1 and #2

Ich habe mir für 2024 eine neue Jahresaktion vorgenommen, also zusätzlich zum "magischen Adventskalender".  Während ich zum Jahreswechsel mit einer heftigen Bronchitis flach lag - an dieser Stelle noch einmal lieben Dank für die vielen Genesungswünsche - habe ich mich durch You-Tube gezappt und bin auf eine interessante Anleitung gestoßen. Ich habe mich durch die Videos geschaut und mir vorgenommen in diesem Jahr ein paar Slow-Stitching Arbeiten anzufertigen - und zwar im Sinne einer meditativen Arbeit, das ist Slow Stitching ja in erster Linie. Die Künstlerin die mich besonders angesprochen hat, hat zu Beginn des Jahres die Aktion Slow Stitching 2024 gestartet. Jede Woche wird ein neues Video veröffentlicht, so dass am Ende des Jahres 52 fertige Objekte vorhanden sind. Jede Woche eine kreative Arbeit im meditativen Sinn, das gefällt mir sehr. Außerdem finde ich schön, dass Kathryn die Videos in voller Länge zeigt, ohne Schnelldurchlauf oder Sprünge, und die ganze Zeit dabei über dieses Projekt spricht, Erklärungen liefert, Beispiele anführt und auch die eine oder andere Anekdote einwirft. Ich kann also das Video laufen lassen und dabei stitchen und bin virtuell in Gesellschaft. Sie näht die einzelnen Objekte in ein dafür angefertigtes Journal, das habe ich nun noch nicht, also sammle ich erst einmal die einzelnen Blöcke. Außerdem gefällt mir, dass es jede Woche um ein Thema geht und man so seine persönliche Kreativität, Eindrücke, Erfahrungen umsetzen kann.


Das Material hat eigentlich jeder zuhause der handarbeitet. Für mich ungewohnt: die benötigten Stoffe werden überwiegend gerissen anstatt geschnitten. Als Basis für jede Woche wird ein Stück Stoff benötigt. Ich habe mich für weißes Tuch entschieden und 52 Quadrate in 5x5" Größe vorbereitet. Zusätzliches Material ist Nähgarn, Stickgarn, Nähnadeln, kleine Stecknadeln (ich habe die kleinen Applikationsnadeln gewählt), Nadelkissen, Schere und natürlich Stoffreste. Nachdem das alles zusammengesucht hatte konnte ich starten.

Week #1 - Community

Aufgabe: ein mit unterschiedlichen Stoffstreifen gewebtes Stück. Die unterschiedlichen Stoffe sollen die Vielfältigkeit der Mitglieder der Community darstellen. Die besteht aus Mitgliedern aus nahezu allen Kontinenten. Wir sind alle unterschiedlich und doch in dieser Gruppe vereint.


Eigentlich mag ich ja lieber harmonisch aufeinander abgestimmte Farben, aber hier geht es ja um die bunte Vielfalt der Menschheit. Darum habe ich bewusst bunte und unterschiedlich gemusterte Stoffe verwendet. Ich habe die Stoffstreifen vorbereitet, auf dem Basisstoff liegend miteinander verwebt und mit Nadeln fixiert.


Anschließend habe ich alle Streifen unsichtbar geheftet.
Dafür immer auf der Unterseite einen langen Stich und 
auf der Vorderseite einen winzigen Rückstich nähen.


So sieht dann die Rückseite aus.


Damit ist alles fixiert und der Spaß kann beginnen. Mit welchen Stichen man arbeitet bleibt einem selbst überlassen. Angedacht war in der Mitte einen großer Kreis zu sticken, als Zeichen für die Community. Das wollte ich erst in einem kräftigen Farbton wie Orange oder Rot machen, habe mich dann aber doch für Weiß entschieden.


Anstelle des Kreises habe ich als Zeichen für die stetig wachsende Community eine Spirale gestickt.



Week #2 - Darkness and Light

Aufgabe: die Mitglieder der Community leben auf der ganzen Erde verstreut. Während bei den einen Nacht ist, ist bei den anderen Tag, bei einigen ist gerade dunkler Winter, bei einigen heller Sommer. Das soll mit einer dunklen und einer hellen Hälfte in einem runden Ausschnitt dargestellt werden. Alle zusammen mit einem Band verbunden.


Ich habe den Basisstoff jeweils zur Hälfte mit dunkelblauem und hellblauem Stoff abgedeckt und darüber ein Stück cremefarbenen Stoff gelegt. Dieser hat die gleicher Größe wie der Basisstoff und mittig einen ausgeschnittenen Kreis. Danach wurde alles einmal zusammengeheftet, dafür habe ich dieses Mal einen langen Vorstich gewählt den ich nach Fertigstellung wieder entfernt habe. Die hellen und dunklen Hälften bekamen jeweils konträre kleine Stickereien. Für den Zusammenhalt der Community habe ich eine Kordel aus beiden verwendeten Stickgarnen gedreht und um den Ausschnitt genäht. Zusätzlich habe ich den Kreis mit einer kleinen Borte verschönert. Sie könnte die Schutzschicht um die Erde darstellen oder kleine Strahlen die wir aussenden um unser Wissen auszutauschen oder ... was immer ihr hinein interpretieren möchtet.


Zum Schluss habe ich den Block noch mit beiden Stickgarnen
im Wechsel umrandet, damit auch alles zusammenhält.

Das waren meine Werke von Woche 1 und 2. Seit Montag ist Woche 3 online, aber ich habe diese Woche viel Arbeit im Büro und werde es dann nacharbeiten. Meistens beschäftige ich mich mit solchen Arbeiten auch eher am Wochenende.
Für mich waren diese beiden die allerersten Slow-Stitch Arbeiten. Es macht wirklich Spaß und ich werde dran bleiben. Das Ziel ist, am Ende des Jahres 52 Blöcke fertig zu haben und zusätzlich dafür das Boro-Inspired-Journal (dafür hat sie auch eine Anleitung).

Anleitung: k3n clothtales bei youtube, @k3n.clothtales

Ich verlinke bei Doris zum Stich für Stich ans Ziel,
und das gibt ein Kreuzchen bei "Gemustert" im Bingo 2024 von antetanni.